Prüfungen eines Teenie-Vaters

Meine Kinder mögen an meinem Verstand gezweifelt haben, aber niemals an meiner Liebe.

Als unsere Kinder klein waren, beteten wir, dass sie die Nacht durchschlafen würden. Jetzt sind sie Teenager und wir kriegen sie morgens nicht wach. Teenies sind in ihren besten Schlafjahren. Letzten Sommer kam Jeffrey aus dem Ferienlager zurück und schlief 23 Stunden am Stück. Ich sagte zu meiner Frau Ramona: „Der schläft nicht, der liegt im Koma.“

Als unsere Kinder klein waren, flehten wir sie an, ihre Teller leer zu essen. Nur noch ein Stückchen Brokkoli. Heute essen sie ihre Teller leer. Sie essen auch unsere Teller leer. Sie essen den Kühlschrank, die Speisekammer und die Gefriertruhe leer. Dann schielen sie zum Hundenapf hinüber und denken: „So schlecht kann das doch nicht schmecken.“

Was noch schlimmer ist, unsere Kinder haben Freunde. Freunde, die wie ein Schwarm Heuschrecken über unsere Vorratskammer herfallen. „He!“, frage ich, „ihr denkt wohl, hier ist eine Imbissbude?“ Sie schauen mich freundlich an und lachen. Sie denken, ich mache Witze.

Aber wissen Sie, was? Ich habe meine Kinder nie mehr genossen als jetzt. Finster dreinschauende Unheilspropheten wollten uns weismachen, wenn wir Teenager hätten, würde ich meinen Humor, meine Würde, meinen Geldbeutel und meine Haare verlieren. Bei den letzten beiden Punkten hatten sie Recht. Sicher haben wir von Zeit zu Zeit auch Angst und Unsicherheit erlebt. Wir haben Tränen vergossen und schlaflose Stunden verbracht. Aber fünf Prinzipien halfen uns an den Herausforderungen zu wachsen, während so viele Eltern einfach nur überleben. Hier sind sie:

1. Versuchen Sie es mal mit Humor. Das Leben kann für einen Teenager furchtbar ernst sein. Da lächelt dir ein hübsches Mädchen zu, und dein Herz explodiert. Dann merkst du, dass sie deinem besten Freund zublinzelt. Die Teenagerjahre sind die reinste Achterbahnfahrt. Teenager fragen sich, wessen Regeln sie akzeptieren und wessen Lebensstil sie übernehmen sollen. Sie brauchen die Stabilität eines Zuhauses, in dem oft gelacht wird. Ein gesundes Lachen zeigt unseren Kindern, dass alles in Ordnung kommen wird. Dass Gott groß genug ist, um uns durch die nächste Klassenarbeit, die nächste Beziehungskrise und den nächsten Akneschub zu tragen.

2. Seien Sie flexibel. Flexibilität ist Gold wert, wenn man in Teenager investieren möchte. Letzten Monat hat unser Sohn unseren Keller in einen Partyraum umgebaut, mit einem 680-Volt-Verstärker, drei elektrischen Gitarren mit Lautstärkereglern, die so klein sind, dass keiner sie findet und einer Stereoanlage mit Surround-Sound und Dingen, die man „Woofer“ und „Tweeter“ nennt.

Der bekannte christliche Autor Chuck Swindoll schrieb einmal: „Unbeweglichkeit ist für die Erziehung von Teenagern tödlich. Eltern, die keine Veränderung zulassen und darauf beharren, dass alles genauso bleibt, wie es in früheren Jahren war, müssen damit rechnen, dass ihre Kinder rebellieren.“ Wenn unsere Kinder feiern wollen, ist es uns am liebsten, wenn sie es im Zimmer nebenan tun. Die Musik mag stören, aber in unserem Alter können wir sie sowieso nicht mehr hören.

3. Pflegen Sie Offenheit. Teenager riechen Unechtes einen Kilometer gegen den Wind. Ihr Stussdetektor ist sehr sensibel. Also seien Sie echt. Entschuldigen Sie sich, wenn Ihnen etwas leidtut. Stellen Sie sicher, dass Ihre Kinder wissen, dass Sie auch einmal ein Teenager waren, selbst wenn das vor der Erfindung der Elektrizität war. Ihre Kinder erwarten nicht, dass Sie cool sind. Es ist wichtig für sie, dass Sie echt sind.

4. Fördern Sie durch Bestätigung. Meine Teenager haben manches Mal an meinem Verstand gezweifelt, aber niemals daran, dass ich sie lieb habe. Sie wissen, dass es keinen Zeitpunkt bei Tag oder Nacht gibt, an dem sie sich nicht auf mein Bett fallen lassen und mir von ihren Problemen erzählen dürfen. Ja, manchmal halte ich lieber Vorträge als zuzuhören und schaue lieber fern, als einen mittelmäßigen Milchshake  trinken zu gehen. Aber in unserer leistungsbezogenen und unbarmherzigen Welt hungern Teenager nach einem Schulterklopfen, einem offenen Ohr und den Zauberworten: „Weiter so! Du bist klasse!“

5. Bleiben Sie in Verbindung. Tun Sie Ihr Möglichstes, um die Kommunikationswege offenzuhalten. Wir sind kein verschwendungssüchtiger Haufen, aber beim ersten Anzeichen eines potenziellen Familienurlaubs lassen wir alles stehen und liegen. Nachdem wir gemeinsam auf der anderen Seite des Ozeans waren, fragte jemand ungläubig: „Sie haben Ihre Kinder mitgenommen?“ Natürlich! Ich habe noch nie jemanden in einem Pflegeheim getroffen, der je eine solche Investition bereut hat.

Wer weise genug ist, seinen Teenagern Raum zum Atmen zu lassen und ruhig bleibt, wenn Schreien die näher liegende Option scheint, wird erleben, dass die Teenagerjahre eine belebende, abenteuerreiche und (wenn man sich nicht in Acht nimmt) sogar lohnende Zeit sind.

Und falls Sie Angst haben, dass diese Jahre einmal zu Ende gehen, seien Sie unbesorgt. Ich kenne keinen Teenager, der in die Welt hinausgegangen ist und nicht irgendwann wiedergekommen wäre. Ausgehungert und mit einem Bündel schmutziger Wäsche.