Am
dunkelsten ist es immer, bevor die Kühlschranktür aufgeht
Drei Vorschläge, wie man die Freude wieder auf den Familientisch bringt.
An meiner Kühlschranktür hängen Bilder von Freunden, Verwandten und Tieren, und von meinem Vater, wie er lachend von einem Stuhl fällt. Auch Magnete sind daran. Nachbildungen von Kohlköpfen, Blumenkohl und Rüben – passend zur Kücheneinrichtung. Hier hängt auch der Lieblings-Bibelvers der Diäthalter: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“, Johannes 3,30. Einige meiner liebsten Kühlschranksprüche sind: „Du wirst es essen. Du wirst es essen und mögen.“ „Fühl dich wie zu Hause. Putz meine Küche.“ „Der Kaffee hilft nicht. Holt das Starterkabel.“
Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, aber ich liebe die Küche. Sie ist das Herz des Hauses, hier spürt man den Puls der Familie. Hier passiert so viel. Lebensmittelvergiftungen und das Löschen von Bränden sind nur ein Teil davon. Es gibt weniges, das eine Familie so zusammenbringt wie den Kühlschrank zu öffnen und das Spiel „Rate mal, was das war“ zu spielen. Könnte das Ding, das aussieht wie ein Kressetier, einmal eine Gurke gewesen sein? Der Käse hat zwei Pfund zugelegt, seit du ihn gekauft hast, und er hat Haare! Und das große Ding, das so eine Art Neonlicht ausstrahlt, ist das nicht der Braten von neulich?
Dann gibt es da den Herd. Nichts vereint eine Familie mehr, als um eine Pfanne mit brennendem Öl zu stehen.
Und schließlich ist da der Tisch, der Schauplatz von Familiendiskussionen, Mitteilungen, Debatten, Streitgesprächen und Essgelagen.
Ob zum Frühstück, Mittagessen, Brunch oder Abendessen, in der Küche zusammen zu sein ist so ziemlich das Beste, was es gibt. Es gibt nur wenig, das Teenager so schnell beruhigen kann wie Essen. Und wenig kann eine Familie schneller an einen Tisch bringen als ein Festessen.
Eine Freundin von mir hat ein Schild an ihrem Kühlschrank: „Zuhause ist, wo du Sodbrennen hast.“ Leider ist Sodbrennen in heutigen Familien nur allzu alltäglich. Gestresst hetzen wir von einem Termin zum anderen, greifen schnell nach halbfertigen Sandwiches oder halbgebackene Muffins und finden dabei kaum Zeit, einander zuzunicken. Mitten in geschäftigen Zeiten finden Sie nachfolgend drei Dinge, die Sie wieder auf Ihren Speisezettel setzen sollten, drei Vorschläge, wie Sie Ihr Leben entstressen und wieder mehr Freude daran haben können:
Bleiben Sie länger sitzen. Eine der besten Möglichkeiten Ihre Kinder zu Hause zu halten ist, ihnen die Luft aus den Fahrradreifen zu lassen. Oder Sie können ihre Münder mit Nachtisch füllen. Familien, die miteinander Nachtisch essen, halten zusammen. Nehmen Sie sich also Zeit, um Schokolade zu genießen und stellen Sie die Kaffeemaschine an. Wenn Sie genug Kaffee trinken, können Sie die ganze Nacht lang Besuche machen.
Ignorieren
Sie die Spülmaschine. Wenige Erfindungen (außer der Fernbedienung) haben
uns mehr Freude bereitet als die Spülmaschine, aber in letzter Zeit haben wir
in der Familie Callaway etwas Neues ausprobiert: Wir begannen das Geschirr von
Hand zu spülen. Unsere Kinder wussten kaum, dass man das kann. Sie standen mit
großen Augen da und staunten nicht schlecht, dass eine solche Aktivität möglich
ist. Aber es geschah etwas Merkwürdiges. Wir begannen uns beim Geschirrspülen
zu unterhalten. Wir kommunizierten tatsächlich. Erinnern Sie sich, wie das war?
Ich lehrte meine Tochter die hohe Kunst, ihrem Bruder das Geschirrtuch aufs
Hinterteil klatschen zu lassen. Und ich brachte ihr auch bei, richtig schnell
den Flur entlangzurennen und die Badezimmertür hinter sich zu schließen. Seit
mein Vater damals lachend vom Stuhl gefallen war, hatten wir nicht mehr so viel
Gelächter und Geschrei in unserem Haus gehört.
Beten Sie miteinander. An meinem Kühlschrank hängen fünf Dinge, die mir wertvoller sind als jeder Kühlschrankmagnet. Es sind die Fotos unserer Patenkinder, die wir über das Kinderhilfswerk „Compassion“ unterstützen. Sie heißen Carlos, Joel, Dariani, Habtamua und Ndagirijwe (keine Angst, ich weiß auch nicht, wie man das ausspricht). Vor den Mahlzeiten beten wir für sie. Jedes dieser fünf Kinder lebt in einem Land, in dem Nahrungsmittel rar sind. Für diejenigen zu beten, denen es nicht so gut geht, hilft uns daran zu denken, für wie viel wir dankbar sein können. Außerdem ist es ein gutes Mittel gegen Beschwerden über die Salatreste vom Kressetier.
© Phil Callaway