Vorsicht Spurrille!

Wenn Sie wissen wollen, wohin Ihr Leben steuert, müssen Sie die Hinweisschilder lesen. Entdecken Sie drei befreiende Wahrheiten, die Sie auf einen lohnenden Weg bringen.

 

Ich lese unheimlich gerne Hinweisschilder. Wie jenes, das einen in Kettle Falls, Washington, begrüßt, einem Dorf, in dem „1255 freundliche Menschen und ein Nörgler“ leben. In Hilt, Kalifornien, rät ein Schild: „Lastwagen ohne Bremse, benutzen Sie die Autobahn“. An der kurvenreichen Küstenstraße in Oregon steht ein Warnzeichen: „Halten nur im Notfall. Walbeobachtung ist kein Notfall. Fahren Sie weiter.“ Einmal kam ich an eine Tankstelle. Ein Schild verkündete stolz: „Hier gibt es mexikanisches Essen. Hier gibt es Biogas.“ Doch mein Lieblingsschild steht an einer Landstraße in Alaska: „Wählen Sie Ihre Spurrille sorgsam aus. Sie werden die nächsten 200 Meilen darin bleiben.“

 

Als junger Vater befand ich mich in einer solchen Spurrille, dass ich jede Woche 60 Stunden bei der Arbeit war, am Wochenende im ganzen Land Predigten und Vorträge hielt und nachts das Haus tapezierte. Ich hatte drei kleine Kinder und eine Frau und geriet in Gefahr, ihre Namen zu verwechseln. Der Nörgler von Kettle Falls zu werden. Mein Leben drohte wie die Tapete über mir zusammenzustürzen. Bevor ich wusste, wie mir geschah, lag ich auf der Nase. Ausgebrannt.

 

Ich hatte die falschen Hinweisschilder gelesen. Wie zum Beispiel: „Geben Sie Ihren Kindern die Sachen, die Sie selbst nie hatten.“ Ich steckte in der Spurrille zu glauben, dass ein voller Terminplan gleichzeitig auch ein produktives Leben bedeutet. Drei befreiende Wahrheiten haben mich aus dieser Spur befreit und unser Haus zu einem Ort gemacht, an dem unsere Familie gerne ist. Ich denke, wir sollten sie als Straßenschilder an unserem Lebensweg aufstellen.

 

1. Zitronen sind keine Frucht des Geistes.

Mitten in meinem Burnout stürzte sich mein vierjähriger Sohn auf mich und kitzelte mich. Ich verzog keine Miene. „Papa“, sagte er, „du lachst nicht mehr so gut.“ In dieser Nacht traf ich die bewusste Entscheidung, mich zu verändern. Ich begann gute, lustige Filme auszuleihen. Ich kaufte ein paar Comicbücher und erklärte meinen Kindern die Gags. Innerhalb weniger Tage konnte man die Veränderung in unserer Familie spüren. Gott ist ein Gott der Freude. Er hat uns ein eingebautes Sicherheitsventil für die Belastungen des Lebens geschenkt. Das ist unsere lustige Ader. Lachen enthält kein Glutamat, kein Fett und keine Kohlenhydrate. Lachen ist cholesterinfrei und wird immer noch nicht besteuert. Füllen wir also unsere Häuser und unsere Arbeitsplätze mit Lachen, wann immer wir können.

 

2. Selbst Ameisen haben Zeit für ein Picknick.

Wir haben vor Kurzem einen jungen Hund gekauft. Mojo hat uns 300 Dollar, oder 100 Dollar pro Gehirnzelle, gekostet. Manchmal rollt sie sich auf meinem Schoß zusammen, dann schlägt ihr winziges Herz schneller, als man glauben könnte. Aber wenn sie einschläft, wird es bedeutend langsamer. Man sagt, das Herz einer Springmaus schlägt 500 Mal pro Minute. Während des Winterschlafs verlangsamt es seine Tätigkeit auf 30 Schläge pro Minute. Ich empfehle keinen Winterschlaf, aber Ruhepausen. In der Bibel steht, dass Jesus häufig eine Pause gemacht hat. Niemand in der Geschichte hat mehr erreicht, aber er holte sich dabei kein Magengeschwür. Ruhepausen erlauben es uns, unsere Batterien aufzuladen und Prioritäten neu zu ordnen. Der Schöpfer des Universums ruhte aus. Das müssen wir auch.

 

3. Auch wenn Sie den Konkurrenzkampf gewinnen, sind Sie dadurch kein besserer Mensch.

Wenn wir genug Hinweisschilder lesen, können wir die großen Reklametafeln nicht übersehen, die uns sagen, dass wir nicht genug haben: „Sie fahren keinen blauen Mercedes wie diesen. Sie Ärmster. Sie essen kein perfekt gegrilltes Hähnchen in einer perfekten Küche mit perfekter Beleuchtung und perfekten Kindern, die über alle Ihre Witze lachen, während der Labrador Retriever flohlos und grinsend zu Ihren Füßen liegt.“

 

Eines Abends ließen meine Frau und ich unsere Kreditkarten zu Hause und schlenderten durch ein Einkaufszentrum. Dabei lachten wir über all die Dinge, die wir nicht brauchen. Wir entdeckten ein Mobiltelefon, das auch unter Wasser funktioniert, Wecker, die die Uhrzeit mitten in der Nacht an die Zimmerdecke projizieren und gasbetriebene Mixer für den Garten. Wir fanden sogar sprechende Hosen. Sie sagten: „Mach mich zu!“ Wie haben sich doch die Zeiten geändert, seit der amerikanische Pionier Daniel Boone sagte: „Alles, was man zum Glücklichsein braucht, ist ein gutes Gewehr, ein gutes Pferd und eine gute Frau.“

 

„Liebling“, sagte ich, „wir haben weder diesen großen Flachbildfernseher noch den blauen Mercedes, aber wir haben etwas, das man nicht kaufen kann. Wir sind reich an Beziehungen. Reich an Erinnerungen. Reich genug, um etwas Geld abzugeben. Wenn wir bemerken, dass das Gras beim Nachbarn grüner ist, dann lass uns daran denken, dass seine Wasserrechnung wahrscheinlich höher ist und er seinen Rasen häufiger mähen muss.“

 

Vor zwei Wochen ging mein ältester Sohn zur Bibelschule. Ich habe mich von ihm mit ein paar Tränen, großer Dankbarkeit und wenig Bedauern verabschiedet. Ich frage mich, ob ich das sagen könnte, wenn ich jene drei Wegzeichen nicht beachtet hätte. Mein Leben ist zwar immer noch nicht völlig im Gleichgewicht. Aber ich lerne zu lachen, Prioritäten zu setzen und mich auszuruhen. Wenn ich so weitermache, bleibt mir vielleicht sogar Zeit zum Tapezieren.

 

© Phil Callaway

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